Kongressnachlese - Psychisch kranke Menschen und Gartentherapie

Forum VII

Psychisch kranke Menschen und Gartentherapie


Inga Monicke, Sabine Haberstroh

Im Garten der Heilung – Gartenarbeit als therapeutisches Medium


In unserer teilstationären Einrichtung zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation werden Menschen nach psychischen Krisen behandelt. Wir nutzen den therapeutischen Aspekt von Gartenarbeit, um Körperwahrnehmung zu fördern, soziale Kompetenz zu erlangen, die Grundarbeitsfähigkeit zu trainieren, eine Beziehung zur Umwelt aufzubauen und vieles mehr. Mit unserem Impulsreferat stellen wir unsere praktische Arbeit vor und berichten an Hand von Fallbeispielen von unseren Erfahrungen im Bereich Gartenarbeit im psychiatrischen Kontext.




Brigitta Dünwald

Drogentherapie und Ausbildung in Kooperation mit einem Produktionsbetrieb



Bei der Behandlung suchtkranker Jugendlicher ist es sinnvoll und notwendig, eine Berufsausbildung in den Therapieprozess mit zu integrieren. Eine Ausbildung im Gartenbau unterstützt diesen Gesundungsprozess in optimaler Weise. Um sich mit einer Arbeitswelt auseinander zu setzen, wie sie die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihrem späteren Berufsleben vorfinden werden, sollten sie den beschützenden Rahmen einer einrichtungsinternen Werkstatt verlassen. Hier müssen neue Wege ausprobiert werden;

Eine enge Kooperation zwischen einem Produktionsbetrieb und der therapeutischen Einrichtung bietet zwei Vorteile:

1. Auf therapeutische Belange kann Rücksicht genommen werden.
2. Die Auszubildenden lernen realistische Arbeitsbedingungen und die damit verbundenen wirtschaftlichen     Zwänge und Notwendigkeiten kennen.

Welchen Schwierigkeiten begegnen wir dabei, welche Chancen bietet ein solches Projekt?




Thomas Weisser

Husemann-Klinik, Buchenbach


In der Friedrich-Husemann-Klinik (Fachklinik für Psychiatrie und Neurologie auf anthroposophisch-medizinischer Grundlage) werden im grünen Bereich, gegliedert in Garten, Landwirtschaft und Park, die Patienten in diesen wirtschaftlichen Organismus arbeitstherapeutisch mit eingebunden.

Wie ist es heute möglich, trotz kürzer werdender Verweildauer, in gemeinsamen Tun in die Arbeits- bzw. Naturzusammenhänge einzusteigen?

Die Möglichkeiten und die Wirksamkeiten welche die gärtnerischen Aufgaben bieten und wie sie der Individualität, dem Wesenskern des Erkrankten dienlich sein können, wird anhand von zwei Fallbeispielen erläutert:

1. Ein junger Mann, Mitte Zwanzig leidet unter einer akuten paranoiden Psychose mit ausgeprägten Ängsten     und psychomotorischer Unruhe. Er ist stark verunsichert und unselbständig. Zwei Wochen nach der     Aufnahme kommt er vier mal wöchentlich für zwei Stunden in die Arbeitstherapie. Der Weg vom Aussuchen     der passenden Arbeitskleidung (Körperbefinden) bis zum Überschauen und selbständigen Ausführen     einfacher Arbeiten im Parkgelände (Außenraumempfinden) innerhalb von acht Wochen soll aufgezeigt     werden.

2. Im zweiten Fall handelt es sich um einen 51-jährigen Akademiker, welcher zeitgleich mit seinem     Drogenkonsum von Ängsten und Verfolgungswahn attackiert wurde. Er wirkt abgezehrt, abweisend und     verbittert.

Direkt nach der Aufnahme nimmt der Patient vier mal wöchentlich für zwei Stunden an der Arbeitstherapie im Park teil

Im Gelände liegen kleine Wegebaumaßnahmen (Hauseingang, Schrittplatten) an. In diese gestalterische Tätigkeit steigt der Patient mit zunehmender innerer Beteiligung ein. Das Arbeitsmotiv Weg trifft auf die eigene Situation seines Lebensweges.