Garten für alle – Menschengerechte Außenraumplanung
Forum 2
Hans-Joachim Adam, Hannover , Park der Sinne in Laatzen
Der Park der Sinne gehört zu den schönsten Hinterlassenschaften der Weltausstellung EXPO 2000. Entstanden auf einer ehemaligen Mülldeponie ist dieses 7 ha große Areal heute ein beliebtes Erholungsgebiet. Ein hoher dicht bepflanzter Wall schirmt den Park vom Verkehrslärm der Umgebung ab. Durch vier Tore betritt der Besucher den Park. Er wurde als hochwertiges Gesamtkunstwerk konzipiert, das sich durch die Strukturen- und Formenvielfalt der verschiedenen Plätze und Sinnesstationen sowie durch phantasievolle Spielbereiche auszeichnet. Der Park bietet nicht nur Erholung, sondern schärft an den unterschiedlichen Erlebnisstationen die fünf Sinne Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken und Riechen.
Zudem werden die vier Elemente Luft, Wasser, Feuer und Erde dargestellt.
Prof. Dr. Klaus Neumann, Berlin , DGGL-Projekt - Der Park für Alle
Die Bevölkerungsprognosen machen deutlich, dass es sinnvoll ist, über eine neue Planungsphilosophie mit neuen Planungskonzepten für die Zielgruppe der über 60-jährigen nachzudenken. Diese Altersgruppe, die bereits heuten einen Anteil von etwa 25 % an der Gesamtbevölkerung hat, wird in etwa 10 Jahren mehr als ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands umfassen und damit die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren deutlich übertreffen.
Dabei geht es nicht darum, Anlagen entstehen zu lassen, die mehr oder weniger nur auf Senioren ausgerichtet sind. Notwendig ist vielmehr eine Grün- und Freiflächenplanung, die generationsübergreifend ausgerichtet ist und für ältere, aktive Menschen besondere Anreize und Angebote zur körperlichen und geistigen Bewegung sowie zur Kommunikation bietet. Ebenso sind Kreativität und planerische Ideen notwendig, um in den schrumpfenden Städten mit Hilfe neuer Grün- und Freiraumqualitäten die Attraktivität zu steigern und die Bewohner zu halten oder zur Rückkehr zu bewegen.
Silke Schwarz, Malgärtner, Bramsche , Barrieren erleben im Außenraum
Der Therapieparcour Bad Oeynhausen zeigt in seinem Sinnesgarten und Kombiparcour exemplarisch auf, welche Barrieren allerorts in gebauten Außenräumen anzutreffen sind. Das anschließende Video-Interview geht auf die aktuelle barrierefreie Situation in Deutschland ein: barrierefreie Philosophie, Rechtslage, barrierefreie Soft- und Hardware-Komponenten (barrierefreie Köpfe und barrierefreie Umwelt), Aus- und Fortbildung.
Die Landschaftsarchitektin Silke Schwarz (Jahrg. 69) ist als Planerin mit persönlichem Handicap in einer Schlüsselposition. Sie ist seit 1997 als Dipl. Ing. Landespflege (FH) tätig und plant, berät und begleitet barrierefreie Projekte. Das Video hat sie mit Dipl. Ing. Roland König 2001 für die Öffentlichkeitsarbeit und zur Aus- und Fortbildung gedreht. Sie ist Autorin des Handbuches „Menschengerechte Außenraumplanung“.
( mehr zum Therapieparcour in Bad Oeynhausen hier )