Garten des Sozialzentrums Grafenwörth

Sinnesgarten für Sozialzentrum

Erster Demenzgarten Österreichs

wird im Jänner 2006 eröffnet










Speziell für alte und demente Menschen wurde in Grafenwörth/Niederösterreich eine Gartenanlage konzipiert. SeneCura, österreichweit tätiger Planer, Errichter und Betreiber von Pflege- und Sozialzentren, entwickelte die Idee für die Freiraumgestaltung des neuen Sozialzentrums mit Demenzstation. Planung und Umsetzung des Aktiv-Gartens erfolgen durch die Arbeitsgemeinschaft Therapeutische Gärten und sollen bis Jahresende abgeschlossen sein. Viele innovative Ansätze, abgestimmt auf die Bedürfnisse und Ansprüche älterer und dementer Personen, machen diesen Garten zu einer ganz besonderen Grünoase.


Die Bevölkerung wird immer älter.
Über 1,9 Millionen Menschen in Österreich sind über 60 Jahre alt. In den kommenden Jahrzehnten wird bereits mehr als ein Drittel der Bevölkerung in dieser Altersgruppe sein. Allein die Zahl der Über-75jährigen steigt bis 2050 auf 1,44 Millionen an! Die Hauptrolle im Alter spielt die Gesundheit, die Zahl der Gebrechen und Krankheiten nimmt zu. „Den Betreuungseinrichtungen für ältere Menschen stehen damit neue, große Herausforderungen bevor“, prognostiziert Sylvia Siedler, Landschaftsarchitektin, spezialisiert auf die Planung von therapeutischen Gärten. „Nur ein Dach über dem Kopf zu bieten, ist zu wenig – die Menschen brauchen auch Freiräume, abgestimmt auf ihre körperlichen Fähigkeiten bzw. Beeinträchtigungen.“


Demenzgarten in Grafenwörth. „Das Gartenkonzept in Grafenwörth bezieht die diversen Sinnesbereiche ein“, erläutert Siedler, „und der 4.300 m² große Freiraum bietet Möglichkeiten zur aktiven Beschäftigung und zum passiven Erleben und Genießen.“ „Unser Ziel ist“, so SeneCura-Geschäftsführer Thomas Flatz, „die Umsetzung eines anregenden Gartens, der Bewohner, Besucher und Betreuer zum Verweilen, Kommunizieren und Erforschen einlädt – abgestimmt auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Gartenbenutzer und basierend auf unseren langjährigen Erfahrungen in diesem Bereich.“

Beim Gang durch den Garten werden Jahresabläufe (Jahreszeiten) wahrgenommen und Erinnerungen wach. Die geplante Wegeführung gestattet sowohl Abkürzungen als auch das Zurücklegen von weiteren Distanzen, je nach körperlicher Verfassung und individuellem Bewegungsdrang. Die mit Handläufen versehenen, roten Hauptwege führen in Schleifen an den jeweiligen Sinnesbereichen (Schmecken, Riechen, Tasten, Hören, Sehen) vorbei zum Mittelpunkt des Gartens (großer Platz mit Lindenbaum) bzw. zum Haus. Eine Laube ermöglicht das Sitzen im Halbschatten und das Beobachten aus einer „Nische“. Ein Bachlauf, ein Steingarten, Hochbeete u.v.m. finden sich im Sinnesgarten.


Aktiv sein und bleiben. Denn Senioren wollen auch im dritten Lebensabschnitt etwas „Sinnvolles“ tun, aktiv sein, gestalten und genießen – entsprechend vielfältig sollte daher das Angebot für sie sein. Eine Möglichkeit dazu bietet die Beschäftigung mit der Natur. „Aktive und auch passive Beschäftigung mit Pflanzen wirken entspannend“, weiß Fritz Neuhauser, Stationsarzt im Geriatriezentrum Wien, aus Erfahrung. Neuhauser setzt sich bereits seit Ende der 90iger Jahre für die Errichtung und Nutzung von speziellen Grünflächen in der Geriatrie ein. Für Freiräume, die entsprechend geplant und gestaltet geeignet sind, altersbedingte Beeinträchtigungen auszugleichen und Fähigkeiten zu verstärken.


Altersgerechte Gartengestaltung Die Arbeitsgemeinschaft Therapeutische Gärten hat mit medizinischer/fachlicher Unterstützung und entsprechendem Know-how ein umfassendes Konzept für die Anlage bzw. Betreuung von Seniorengärten in Altersheimen entwickelt.

Der Senior-Aktiv-Garten ist ein speziell auf die Bedürfnisse von Senioren abgestimmter Grünbereich, der sowohl aktiv mitgestaltet und genutzt und/oder passiv erlebt werden kann. Je nach Möglichkeit und Interesse betätigen sich die Bewohner. So steigen Selbstbewusstsein, Verantwortungsgefühl und Mobilität, und so werden Beweglichkeitsdefizite, Krankheit und Schmerz leichter vergessen.






Gartentherapie wirkt. „Die Beschäftigung in und mit der Natur kann alten Menschen Halt und Orientierung geben und ihnen helfen, ihr Leben besser in den Griff zu bekommen!“, so Fritz Neuhauser, „das zeigen auch internationale Studien zur Gartentherapie“. Die Gartenbenutzung fördert Motorik und Beweglichkeit, stärkt Psyche und Selbstbewusstsein und unterstützt Aufbau und Pflege sozialer Kontakte. Parallel dazu eröffnet die Gartennutzung auch neue Möglichkeiten für Betreuer und Angehörige. Der Garten wird damit zum Lebensbestandteil/-inhalt für alle Beteiligten.


Bestens betreut und versorgt. So wie Speisezimmer, Cafe und Friseursalon, so sollten auch therapeutisch gestaltete Gartenanlagen zur Standardausstattung von Pensionistenheimen bzw. Geriatriezentren gehören“, wünschen sich Siedler bzw. Neuhauser übereinstimmend. Nicht nur zur Ergo- bzw. Physiotherapie – auch für Zwecke der Kommunikation und Freizeitgestaltung.

Das wiederum setzt eine entsprechende Bewusstseinsbildung bei Architekten, Planern, Bauträgern und Betreibern voraus, barrierefreie Freiräume einzuplanen bzw. umzusetzen. Potential ist vorhanden: Obwohl viele Institutionen in Österreich über einen Grünraum bzw. Terrassen verfügen, bieten erst wenige ihren Bewohnern wirklich umfassende und adäquat gestaltete Gartenanlagen.




2005-11-18



Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Mag. Evi Bottesch, Öffentlichkeitsarbeit für Arbeitsgemeinschaft Therapeutische Gärten,

Tel.: 01/505 87 10, E-Mail: evi@bottesch.com,

Text und Abbildung zum Download unter http://www.therapeutische-gaerten.at/presse.htm


Facts SeneCura Sozialzentrum Grafenwörth:
Errichter und Betreiber: SeneCura Kliniken und HeimebetriebsgmbH,

Tel: 01/585 61 59-0, E-mail: office@senecura.at

www.senecura.at


Therapiegartenplanung/Umsetzung: Arbeitsgemeinschaft Therapeutische Gärten

(DI Sylvia Siedler/ ISS Steinbauer Gartengestaltung), Tel: 01/505 87 10; www.therapeutische-gaerten.at

Freiraum: 4.350 m² großer Sinnesgarten zum Hören, Schmecken, Tasten, Riechen und Sehen mit Hochbeeten, Wasserelementen, Steingarten, Obstbäumen, Kräuter- und Blumenbeeten u.v.m.