Der Winter
Dezember / Januar / Februar
Winter - eigentlich ja nicht die optimale Zeit für den Garten. Viele Gartengruppen ruhen auch in dieser Zeit. Auch die Ruhe, sowie die Planung und Vorbereitung auf das kommende Jahr gehören zum Gärtnern. Die gärtnerische Arbeit ist nun einmal vom Wetter und vom Jahresverlauf abhängig. Doch dieses ist auch ein Gabe.
Und es gibt natürlich neben all den notwendigen Planungen und der verdienten Entspannung noch genügend zu tun. Vielleicht findet die besagte Gartengruppe ja doch eine Anregung für die kommenden kurzen Tage.
Arbeiten im Gewächshaus
Kübelpflanzen einholen
Die Pflege von Kübelpflanzen bringt ein ganz besonderes Element in die Arbeit mit Patienten. Eine Pflanze, die man über viele Jahre gepflegt hat, die man im Sommer gegossen, gedüngt und durchgeputzt hat und die man jeden Herbst ins Haus holte, um sie dann mühsam über den Winter zu bringen : eine solche Pflanze bekommt eine ganz eigene Persönlichkeit. Der Stamm bekommt seine Falten, der Wuchs wird oft ein ganz “individueller”. Bei der Arbeit mit Patienten rückt ein ganz neues Moment in den Blickpunkt, das der Verantwortung.
Dabei lassen sich viele Pflanzen überwintern und sie wachsen so über die Jahre zu beachtlichen Exemplaren heran. Genannt seien hier beispielsweise die oft lediglich für einen Sommer verwendeten Fuchsien, Margeritten, Lantanen oder Geranien. Und dann gibt es natürlich die bekannten typischen Kübelpflanzen wie Stechapfel (Datura), Oleander und natürlich die vielen Zitronen und Orangenarten.
Für die Überwinterung ist es zunächst einmal notwendig, daß man die Pflanzen rechtzeitig einholt. Dieses bedeutet aufmerksames Wetterbeobachten. Hat man sich dann für den Einzug entschieden werden die Pflanzen, wenn nötig in entsprechende Behälter gepflanzt und anschließend um etwa ein Drittel zurückgeschnitten. Die sichtlich kranken Blätter und Triebe werden entfernt und die Pflanzen bekommen einen hellen und kühlen Standort. In den nächsten Wochen ist es wichtig immer wieder regelmäßig die Pflanzen zu kontrollieren, weiterhin kranke Blätter zu entfernen und auch für ein , wenn auch gemäßigte Wassergabe zu sorgen.
Ab Ende Februar, wenn es auch schon sichtlich mehr Licht zur Verfügung gibt, kann dann auch langsam die Temperatur wieder erhöht werden. Begleitend nehmen nun auch die Wassergaben zu. Nun dauert es nicht mehr lange, bis damit begonnen werden kann, die Pflanzen für die kommende Gartensaison fit zu machen.
Sommerblumen vorziehen
Natürlich bedeutet Winter im Gewächshaus nicht unbedingt Ruhe. Ganz im Gegenteil : Wer für das kommende Frühjahr Sommerblumen anziehen möchte, muß nun damit beginnen.
Zu den bekannten Sommerblumen, die einen frühen Aussaattermin, möglichst schon im Januar benötigen gehören:
• Ageratum houstonianum, der Leberbalsam
• Gazania-Hybriden
• Heliotropium arborescens, die Vanilleblume
• Lobelia erinus, Männertreu
• Petunia Hybriden
• oder Salvia splendens
Ab Februar kommen dann:
• Anthirrhinum majus, das Löwenmäulchen
• Brachycome iberidifolia, das australische Gänseblümchen
• Impatiens walleriana, die Fleißigen Lieschen
• Nicotiana Hybride, Ziertabak
• Thunbergia alata, schwarzäugige Susanne
• oder Verbena Hybriden, Eisenkraut hinzu.
Allgemeine Informationen zur Aussaat finden sie hier.
Ab Ende Januar ist dann auch der Zeitpunkt gekommen um über Stecklinge neue Sommerblumen heranzuziehen. Dabei sind für eine derartig frühe Vermehrung folgende Pflanzen geeignet:
• Fuchsia Hybriden
• Cuphea ignea, das Zigarettenbäumchen
• Plectranthus coleoides, Weihrauch
• Calceolaria integrifolia, Pantoffelblume
• Dahlia Hybriden
oder Lantana camara, das Wandelröschen.
Allgemeine Hinweise zur Stecklingsvermehrung finden sie hier.
Fortsetzung zu den Sommerblumen unter Frühjahr
Blumenzwiebeln antreiben
Wer daran gedacht hat im Herbst Blumenzwiebeln für die Treiberei zu stecken, kann ab Mitte Dezember damit beginnen diese ins Gewächshaus zu holen. Dabei sollten sie zunächst noch dunkel stehen. Wenn die Triebe dann die gewünschte Länge erreicht haben können sie mit der Lichtgabe zur Blüte gebracht werden.
Arbeiten im Garten
Gehölzschnitte
Zunächst einmal : Bitte Ruhe bewahren. Wenn man nun im Winter auch landauf,landab fleißige Gärtnerkolonnen bei den vielfältigsten Schnittmaßnahmen sieht, so weiß man doch heutzutage, daß der Winter nicht unbedingt der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist.
Was allerdings gilt,ist, daß man im Winter natürlich einerseits die meiste Zeit für diese Pflege hat, und daß man an der blattlosen Pflanze auch innere Äste, Fehlwüchse etc. besser erkennt. Dennoch gibt es mittlerweile die Überzeugung, daß viele Schnitte nicht derartig zwingend notwendig sind, wie man dieses noch vor Jahren annahm.
Viele Pflanzen verlieren durch einen Schnitt sogar ihren natürlichen Habitus. Die durchgeführten Schnitte sind hier meist eine Reaktion auf eine falsche Standortauswahl Jahre zuvor.
Zu diesen Pflanzen, die normalerweise also kaum einen Schnitt brauchen zählen: Felsenbirne (Amelanchier ), Zaubernuß (Hamamelis), Magnolien oder auch viele als Strauch wachsende Ahorn-arten. Hier ist lediglich eine Kontrolle auf abgestorbenes Holz notwendig.
Es ist also durchaus sinnvoll, wenn man sich vor Schnittbeginn an seinem speziellem Strauch mit der Lektüre des ein oder anderen Fachbuches schlau macht. Wer sich unsicher ist, ob der entsprechende Trieb noch lebt, sollte eine Kontrolle bereits im Herbst vornehmen und den entsprechenden Ast beispielsweise mit einem Band kennzeichnen.
Andere Sträucher sind dankbar dafür , wenn sie von Zeit zu Zeit locker ausgelichtet werden. Dazu gehören so häufige Ziersträucher, wie die Deutzie, die Weigelie oder die Kolkwitzie. Bei diesem Schnitt nimmt man alle zwei bis drei Jahre die ältesten Triebe heraus. Diese sind nun im Winter an ihrer oft dunkleren , rissigeren, halt älteren Rinde zu erkennenMit diesem Schnitt hält man den Strauch “ in Form” . Dieses gilt auch für die so beliebte Forsythie.
Bei einigen anderen Ziersträucher erweist sich ein stärkerer Rückschnitt als sinnvoll.
Dabei handelt es sich meist um größere Exemplare von Sträuchern, die im Sommer an den neuen frischen Trieben blühen. Als bekanntestes Beispiel sei hier der Schmetterlingsstrauch (Buddleia) genannt. Damit sich hier möglichst viele neue Triebe (die ja dann im nächstem Jahr blühen sollen) bilden, wird dieser Strauch relativ weit zurückgeschnitten. Allerdings läßt man das Astgerüst stehen. Es wird also nicht radikal bis in das alte Holz geschnitten. Der Fachausdruck “ auf Zapfen setzen” beschreibt sehr gut , wie geschnitten wird. Da die für diesen Schnitt in Frage kommenden Sträucher oftmals Frostprobleme haben, verlegt man die Maßnahme am Besten auf das Ende des Winters. Es ergibt er sich dann aus einem Zurückfrieren dieses sogar quasi von selbst.
Dieser spätwinterliche Zeitpunkt ist ebenso angeraten bei den Sträuchern, oder auch Stauden, die sehr weit zurückgeschnitten werden. Einerseits, der geschilderten Frostprobleme wegen, andererseits aber auch, weil die schneebedeckten oder von Frost überzogenen Ästchen durchaus einen Zierwert haben. Zu diesen Exemplaren, die bis zu einer Handbreit über den Boden zurückgeschnitten werden ,zählen dabei Johanniskraut (Hypericum) und viele Spiersträucher ( Spiraea).
Wichtig bei allen diesen Maßnahmen ist es, wie erwähnt, sich zuvor über sein Bäumchen schlau zu machen, was eine sehr schöne Recherchenarbeit sein kann. Nun, und dann kommt man auch schon automatisch zu dem , was natürlich immer wichtig ist : Seinen Zierstrauch nicht “ über einen Kamm zu scheren” sondern als ein Individuum anzusehen.
Weiden schneiden
Weidentipis und Gänge sind in. Nahezu kein Außengelände eines Kindergartens scheint mehr ohne sie auszukommen. Die dafür benötigten Weidenzweige werden nun im Winter geschnitten. Welche Weiden dafür geeignet sind, erfährt man bei seinem entsprechendem Umweltamt oder auch beim örtlichem BUND. Denn der Schnitt von Weiden ist durchaus praktischer Umweltschutz. Vielerorts werden hierzu entsprechende Mitmachtermine, gerade von den Naturschutzverbänden angeboten. Dieses bietet auch Möglichkeiten für die Arbeit mit Patienten. Die eigene Arbeit in einen sinnvollen Kontext zu stellen, darüber vielleicht auch neue Kontakte zu knüpfen, wäre ein schönes Ziel. Da diese Arbeit auch durchaus körperlich anspruchsvoll ist, eignet sie sich auch sehr gut für einen Belastungstest.
Gerätepflege
Gärtner haben ein ganz besonderes Verhältnis zu ihren Geräten. Dem Einem ist es der Spaten aus original englischer Produktion, dem Anderem die vererbte Rosenschere. Die gärtnerischen Geräte, Spaten, Schaufel, Hacke, Harke , Schere sind sehr einfache funktionelle Geräte. Somit steckt der besondere Reiz eben häufig in den Materialien, im Eschenholzstiel und im Edelstahlblatt. Vielleicht liegt in der Einfachheit und der Altbekanntheit der Geräte auch der Kern für die oft erkennbare Abneigung vieler Patienten speziellen Hilfsmitteln und adaptierten Gartengeräten gegenüber.
Der Winter ist die beste Gelegenheit sich dieser Kellerschätze anzunehmen: Die Geräte zu reinigen, zu entrosten und einzufetten. Gerade zum Zweck der Überwinterung gibt es von den Patienten selber so manchen Trick zu erfahren.
Wintersteckhölzer machen
Die Vermehrung von Gehölzen durch Steckhölzer gelingt bei vielen Ziersträuchern auch im Winter. Dafür schneidet man im Dezember bis Januar , möglichst an frostfreien Tagen, die Zweige vom Vorjahr. Diese können nun in einzelne Stücke mit mindestens jeweils 6 Augen geteilt werden. Dieses ist einerseits eine Arbeit, die beim Zuschneiden motorische Ansprüche stellt, sowie andererseits durch das Abzählen der Augen und der Beurteilung der einzelnen Steckhölzer (natürlich nehmen wir nur die besten !) auch hier Ansprüche stellt. Wer verschiedene Zweige schneidet, kann als kleines Spiel am Rande auch eine Bestimmung der Pflanzenart anhand von Rinde und Knospen versuchen.
Einige der nun gewonnenen Steckhölzer werden zunächst bis Februar / März kalt, aber frostfrei gelagert und erst dann gesteckt. Einige Steckhölzer lassen sich aber auch direkt stecken.
Dafür wird mit dem Spaten eine Rille gezogen und die Hölzer werden zu zwei Dritteln im Abstand von 5 bis 7 Zentimetern eingesteckt. Zu diesen Pflanzen gehören Wein, Johannisbeeren und der Schmetterlingsstrauch. Droht allzu starker Frost müssen sie zwar geschützt werden, aber im Normalfall bewurzeln sie gut und können dann im Spätsommer auseinandden.
Gießen !!
Auch wenn es komisch erscheint. Achten Sie gerade im Winter auf die Wasserversorgung ihrer Pflanzen. Besonders die wintergrünen Exemplare, wie Rhododendren , Efeu oder viele Koniferen betreiben auch im Winter weiterhin kräftig Photosynthese. Wenn es dann noch sehr kalte und zudem sehr sonnige Tage gibt, kann die Wasserversorgung schnell zusammenbrechen. Dieses betrifft auch besonders solche Pflanzen, die in Kübeln wachsen oder an anderen schlecht mit Wasser versorgten Standorten. Hier sollte nach Möglichkeit vor starken Frösten gegossen werden.
Frostkeimer aussäen
Einige unserer Gartenpflanzen sind Frostkeimer, was nichts anderes bedeutet ,als daß sie eben für eine Keimung den frost benötigen. Hierfür nutzt der Gärtner entweder die Kühltruhe, oder den Winter. Zu diesen Exemplaren zählen viele Steingartenpflanzen, die sich ja an ihrem natürlichen alpinen Standort auch auf entsprechende Fröste einstellen müssen. Beispiele seien hier die Trollblume (Trollius europaeus) und das Adonisröschen . Diese Pflanzen können nun, entweder direkt ins Freiland oder in Kisten, die anschließend draußen bleiben , gesät werden. Allgemeine Informationen zur Aussaat finden sie hier.
Wintergemüse ernten
Wer aus Norddeutschland kommt, dem muß man nichts vom Segen des Grünkohls erzählen. Und auch nicht davon welchen Segen wiederum der winterliche Frost für den Geschmack des Grünkohls hat. Damit zeigt sich : Es lässt sich auch jetzt noch etwas ernten. Dieses gilt ebenso für einige andere Gemüsearten, wie beispielsweise dem Rosenkohl, der einige Frostgrade durchaus aushält. Wer diese Pflanzen im Gemüsegarten anzieht, der muß eben auch im Winter raus , einer Zeit in der sich viele Patienten leider nicht für den Gang nach draußen motivieren lassen. Raus mit Ihnen !
Arbeiten für den Zimmergärtner
Weihnachtsgestecke erstellen
Ein eigenes Weihnachtgesteck zu erstellen ist Wunsch vieler Patienten Anregungen für die Gestaltung geben sowohl ein Spaziergang über den Weihnachtsmarkt , wie auch die in dieser zeit, in fast jeder Zeitschrift befindlichen nützlichen Tips. Neben dem Spaß an der Tätigkeit und dem kreativen Aspekt bietet diese Arbeit auch viele Anforderungen zu Motorik und Koordination.
Damit das Ergebnis auch sicher zu einem zufriedenstellendem Ziel führt ,ist hier eine Auflistung von Arbeiten zu einer Art Standardgesteck. Dieses läßt sich dann natürlich weiter variieren.
1. Vorbereitung
1.1. Material bereitlegen
Für das “Standardgesteck” wird benötigt : 1 Zweig Nobilis-Tanne (nadelt nicht !) , 1 Unterlage, 1 Klotz Steckmasse aus dem Fachhandel, 3 große Dekoartikel, 3 kleine Dekoartikel, 1 Kerze sowie Rosenschere, Draht, Messer und eventuell eine Klebepistole
1.2. Steckmasse auf Unterlage befestigen
Als Unterlage bieten sich Korkscheiben , Holzscheiben oder flache Porzellanteller an.
Den Klotz mit der Steckmasse nicht zu groß lassen. Für Anfänger ist ein Würfel mit einer Kantenlänge von etwa 7cm gut geeignet. Die Steckmasse wird am einfachsten mit einem Heißkleber befestigt. Ist der nicht vorhanden muß Draht, Bast oder Klebeband verwendet werden.
1.3. Das Grün schneiden
Auch hier gilt : Lieber kleinere Stücke nehmen. Gut geeignet sind die Spitzen unseres Nobilis-Zweiges. Von jedem Stückchen werden an dem Ende mit dem es in die Steckmasse gesteckt wird die Nadeln entfernt und wenn nötig wird das Holz auch angespitzt.
2. Das Gesteck erstellen
2.1. Die Kerze befestigen
Die Kerze selber kann mit einem heißem Draht auf die Steckmasse gesetzt werden. Allerdings bietet der Fachhandel auch entsprechende Hilfen an.
2.2 “Der flache Teller”
Als Erstes wird rund um den Block herum gesteckt. Dabei entsteht durch die Zweige so etwas, wie ein flacher Teller. Grundsätzlich gilt : Was einmal im Block steckt, bleibt auch stecken : Also vorher gut überlegen ob etwas passt. Und man sollte so stecken, daß die einzelnen Zweige immer zu einer gedachten Mitte des Blockes zeigen.
2.3. “Der tiefe Teller”
Danach wird rund um den Block ein zweiter Ring gesteckt, der allerdings wie ein tiefer Teller in einem Winkel nach oben steht.
2.4. Die großen Deko-Artikel stecken
Nun nimmt man zuerst die großen Deko-Artikel. Dieses können Zapfen sein oder gebundene Schleifen. Hier gibt es ja sehr viel zu kaufen. Diese müssen nun eventuell erst angedrahtet werden. Dann werden sie in das Gesteck eingebracht. Es wirkt später am Besten, wenn gerade diese großen Dinge sehr dicht an der Basis stecken.
2.5. Die kleinen Deko-Artikel stecken
Nun können die kleineren Artikel, wie Nüsse oder Orangenscheiben gesteckt werden.
2.6. Das Nacharbeiten
Als letztes wird das gesamte Gesteck noch einmal kritisch unter die Lupe genommen. Optimalerweise sollte keine Steckmasse mehr zu erkennen sein. Wo dieses dennoch der Fall ist, kann entweder mit Tanne, mit kleineren Dekoartikeln, aber auch mit Moos oder bunten Blättern nachgearbeitet werden.
Damit ist das Gesteck fertig.
Sämereien sortieren und reinigen
Wer im Herbst eifrig seine Sommerblumen und Stauden durchgeputzt hat, und dabei die Fruchtstände als Saatgut für das nächste Jahr zum Trocknen an die Seite gelegt hat, für den beginnt nun die Arbeit der Samenproduktion.
Dafür muß zunächst einmal festgehalten werden, um was für eine Art Saatgut es sich handelt.
Dann kann es losgehen. Wichtig ist es das eigentliche Saatgut von Fruchtresten, von Blütenböden und anderer Pflanzenmasse zu trennen.
Dieses geschieht durch manuelles Aussortieren sowie durch Sieben und Ausharken. Ebenso ist es möglich Saatgut und kleinere Teile durch vorsichtiges Pusten voneinander zu trennen. ( Ein Tip für Patienten mit Fazialisparese). Die Anforderungen für diese Arbeiten liegen gestaffelt je nach Art des Saatgutes im feinmotorischen Bereich , sowie in der Auge-Hand- und Hand-Hand Koordination. Nicht zu verachten ist aber auch der Aspekt der Gerüche, die bei dieser Arbeit herrschen, denn bei einigen Pflanzen, wie Lavendel duftet schon das Saatgut wunderbar. Auch ist es eine besondere Herausforderung für das nächste Jahr nicht nur Saatgut aus dem Gartencenter, sondern eben aus eigener Produktion zur Verfügung zu haben. Es kann auch ein schönes Geschenk für andere Gärtner sein, sie mit den auf diese Art besonderen kleinen Saatkügelchen zu beglücken.
Hyazinthentöpfchen machen
Bereits im Herbst haben wir ja angeregt, Hyazinthen in Töpfe zu stecken, sie für eine gewisse Zeit draußen zu lassen, um sie dann nun hereinzuholen und anzutreiben. Aber auch wer diesen Termin verpasst hat, kann sich nun noch daran machen Hyazinthen anzutreiben. Dafür eignen sich am besten spezielle vorgekühlte Zwiebeln. Als Gefäß bieten sich die oft im Handel angebotenen Hyazinthengläser an. Hierbei füllt man die Gläser am Besten mit abgekochten Wasser, setzt die Zwiebel oben auf und deckt diese wiederum mit einem Hütchen ab. In den ersten Wochen läßt sich wunderbar die Wurzelentwicklung beobachten, dann folgt als nächstes der Austrieb. Bald kann man das Hütchen entfernen um schon kurze Zeit später mitzuerleben, wie die Blüte sich öffnet und den Raum mit seinem herrlichen Duft erfüllt.
Zimmerpflanzen pflegen
Die meisten unserer Zimmerpflanzen haben ihre Probleme mit dem Winter. Als Bewohner oft tropischer Gegenden müssen sie sich auf die verringerte Lichtmenge, die kürzeren Tage, die veränderten Temperaturen und besonders auf die nun meist trockenere Luft umstellen. Da verliert so manche Zimmerpflanze so manches Blatt. Um nun mit abgestorbenen Blättern nicht auch noch Schimmelpilze heranzuziehen, ist es wichtig , die Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren und durchputzen.
Wichtig ist es ,während der Heizperiode, entweder durch Absprühen oder durch andere Luftbefeuchter den Stress der Pflanze durch die trockene Heizungsluft zu mindern.
Wenn es zu Anfang hieß, daß die meisten Pflanzen Probleme mit dem Winter haben, dann muß natürlich auch gesagt werden, daß nun auf der anderen Seite viele Pflanzen im Winter ihren schönsten Auftritt haben. Dieses betrifft die bekannten Weihnachtssterne , den Weihnachtskaktus, das Alpenveilchen, die Azalee und auch den Christusdorn.
Fordern Sie ihren Patienten doch einmal heraus: Mit einem Weihnachtsstern beispielsweise (der ist wirklich heikel !) und einem “Blühlanglauf”. Eine Belohnung für jede Woche, die er länger als einen Monat heil übersteht.
Gegen Ende des Winters (vorausgesetzt, die Pflänzchen haben ihn überlebt..) kann man den neuen Austrieb dann durch einen Rückschnitt und frische Erde wieder fördern.
Alpenveilchen aussäen
Alpenveilchen gehören zu den beliebtesten und bekanntesten Zimmerpflanzen. Diese Pflanzen zu pflegen, zum Blühen zu bringen und vielleicht sogar einmal selber neu heranzuziehen, ist eine Arbeit zu der sich daher erfahrungsgemäß viele Patienten oft motivieren lassen.
Zunächst zur Pflege : Eines haßt das Alpenveilchen : Das ist Staunässe, oder noch schlimmer Wasser im Herzen an der Knolle. Deshalb immer besonders vorsichtig gießen. Vielleicht sogar den Ballen von unten vollsaugen lassen. Als typische Winterpflanze ist das Cyclamen (botanischer Name) derartig fachgerecht gegossen, dann eigentlich gar nicht mehr so heikel in der Pflege. Wovor man die Pflanze allerdings schützen sollte, ist die winterliche trockene Heizungsluft. Siehe hierzu auch den Punkt “Zimmerpflanzen pflegen”
Wer sich einmal daran machen möchte, zusammen mit Patienten selber neue Pflanzen heranzuziehen, tut gut daran, dafür zunächst einen Plan aufzustellen und sich an diesen zu halten.
Dieser kann folgendermaßen aussehen:
1. Pflanze künstlich befruchten
Hier ist der Züchterehrgeiz gefragt, Vielleicht kann man sogar die eigene neue Sorte heranziehen. Als “Bienchenersatz” dient ein feiner Pinsel.
2. Befruchtung kontrollieren.
Die befruchtete Blüte kann durch ein Bändchen gekennzeichnet werden. Dann wird beobachtet ob die Befruchtung geklappt hat. Der sich bildende Fruchtkörper sollte dick und weich werden. Dann ist er reif und es wird geerntet.
3. Samenruhe
Der Samen wird getrocknet und benötigt eine wenigstens 6 Monate dauernde Ruhezeit.
4. Aussaat
Ab Mitte Februar kann nun ausgesät werden. Allgemeine Hinweise zur Aussaat finden Sie hier . Als Besonderheit ist zu erwähnen, daß Alpenveilchen Dunkelkeimer sind.
5. Pikieren - Topfen
Ab dem dritten Blatt kann die Pflanze pikiert werden. Wenn Sie dann groß genug ist, dieses kann etwa Ende Mai sein, wird sie in einen genügend großen Topf eingepflanzt. Bereits im gleichen Jahr kann dann mit etwas Glück die neue Blüte bewundert werden. Beziehungsweise: Es kann weiter gezüchtet werden.
Es zeigt sich, daß diese Arbeit eine sehr langwierige ist. Dieses lässt sich in Bezug auf Vorausplanung, Erinnerung und auch Motivation natürlich nutzen. Zudem hat die Tatsache der Langsamkeit der Prozesse den Vorteil, daß die Nachteile beeinträchtigter Menschen ausgeglichen werden können. Ein Züchtungserfolg ist davon zumindest nicht abhängig.
Kräutertees herstellen
Dieses ist ein Punkt der dem Thema “Ernten” zugeordnet ist. Wer den Sommer über, wie beschrieben fleißig Blätter, wie die vom Salbei geerntet, gezupft und getrocknet hat, der hat nun die Möglichkeit, und dem Schnupfen sei Dank, auch die Notwendigkeit, sich die Winterabende mit selbst erstellten Kräutertees zu versüßen.
“Barbarazweige” schneiden
Ein alter Brauch ist es am 4. Dezember (Barbara-Tag) Kirschzweige zu schneiden und in die Wohnung zu holen. Dieses ist ein Brauch, der besonders vielen älteren Patienten noch bekannt ist und der einem hilft sich schon im Dezember ein wenig den Frühling ins Haus zu holen. Weiterhin sind solche “Gärtnertage” sehr schön dazu geeignet, das Jahr zu teilen. Ziele zu setzen und ein Gefühl für die Jahreszeit zu geben.
Der 15. Mai ist die kalte Sophie, die letzte Eishielige, nun kommen die Sommerblumen nach draußen - am 20. Juni dem “Johannitag” nehmen wir an unseren kleinen Hecken und Büschen den “Johannischnitt2 vor - dann kommt der Sommer, den das Erntedankfest beendet - Nun steht bald Allerheiligen vor der Tür, an der viele Menschen die Friedhöfe aufsuchen, auch um die Sommerblumen durch Herbstpflanzen zu ersetzen - und schließlich nun der Barbaratag. ( Muttertag und Valentinstag lasse ich als Floristentage einmal außen vor )
Wer es mit den Barbarazweigen ganz richtig machen will, der stellt sie nach dem Schneiden direkt in warmes Wasser, wechselt nach einem halben Tag das Wasser aus und zerschlägt, beispielsweise mit einem Hammer bei dieser Gelegenheit die unteren Zweigenden.
Natürlich geht diese Straußtreiberei nicht nur mit Kirschen. Ebenso sind beispielsweise Forsythien dafür geeignet. Fragen Sie ihre Patienten doch einmal , mit welchen Pflanzen dieses noch funktioniert.
Und natürlich kann man diese Zweige auch am 5. Dezember schneiden, oder am 6. ......
Ein Gartentagebuch anlegen
Gartentagebücher, in denen man Wetterlage, Auffälligkeiten im eigenen Garten und Wünsche für das kommende Jahr bezüglich der Gestaltung notiert, sind nichts ungewöhnliches unter Gärtnern.
Wer also mit einem Patienten auch so an die Anlage eines Tagebuches gedacht hat, kann dieses sehr gut als Vehikel dazu benutzen. Aber auch als eigenständiges Erinnerungsstück hat ein Gartentagebuch seinen Sinn, schärft es doch den Blick für die Natur und für die Außenwelt.